Mein Leben als Papa (Teil I)

Mein Leben als Papa (Teil I)

Rompers & Lipsticks zeigt vor allem einen Auszug aus unseren Leben als Mamas und beleuchtet hauptsächlich die weibliche Sichtweise. Wir freuen uns daher unheimlich, dass wir heute einen Post von @maninhelvetica veröffentlichen dürfen! Vielen Dank!
Weitere wirklich lesenswerte Texte findet ihr übrigens auf seinem persönlichen Blog.

Mein Leben als Papa

«Jede Frau kann eine Mutter sein, aber es braucht etwas Spezielles, um Mama zu sein.» Diese Worte habe ich erst kürzlich meiner Frau mitgeteilt, da sie alle Voraussetzungen erfüllt, um nicht nur Mutter, sondern eben Mama zu sein.
Sinngemäss stimmt die Aussage auch für Männer, die in die Vaterrolle schlüpfen und sich den Titel „Papa“ erarbeiten bzw. verdienen wollen.

In meiner Kindheit war mein Papa mein grosses Vorbild. Ein Mann, zu dem ich mit grossem Respekt aufschaute. Er war körperlich und verbal sehr präsent, sein Wort hatte Gewicht und seine Erziehungsmethoden waren streng aber fair.

Seit bald zwei Jahren bin ich nun selber Vater und irgendwie habe ich das Gefühl, von der Vorbildrolle noch etwas entfernt zu sein. Der Titel Papa erfordert Zeit, Geduld, Erfahrung und eine klares Verhalten. Noch lasse ich mich zu schnell aus der Ruhe bringen und weiche vom eigenen Willen ab, der meinen Kindern den Weg weisen sollte. Noch verliere ich zu schnell die Geduld und lenke ein, um gewissen Situationen den Wind aus den Segeln zu nehmen, obwohl ich der Kapitän bin. Noch lasse ich mich zu oft um den Finger wickeln, um Abläufe, Stimmungen oder Pläne nicht unnötig zu gefährden.
An all diesen Punkten muss ich noch arbeiten, damit der Alltag mit Kindern einen Rahmen hat, der Entwicklung, Freiraum, Vertrauen, Sicherheit, Ruhe und Wohlbefinden ermöglicht.
Papa werden, Papa sein und Papa bleiben ist für mich die Champions League des Erziehungsberechtigten-Daseins. Sie erfordert eine feine und eingespielte Abstimmung zahlreicher Verhaltensweisen, Methoden, Worte und Handlungen, um der Feinfühligkeit eines Kindes, und der Familie als Ganzes, in allen Situation gerecht zu werden (und Stand zu halten). Für mich, neben zahlreichen neuen Erfahrungen und einschneidenden Erlebnissen, mitunter eine echte Herausforderung, insbesondere dann, wenn ich zu Hause bin und die Rolle bewusst einnehmen und ausfüllen kann. Es ist erstaunlich, wie feinfühlig Kinder sind und wie genau sie beobachten, interpretieren, speichern und kopieren – oftmals erkennt man sich im Verhalten der Kinder wieder und ist nicht selten überrascht.

Mein Leben als Papa hat mich im positiven Sinne verändert. Ich kann eigene Bedürfnisse priorisieren, ohne das Gefühl zu haben, auf etwas zu verzichten oder etwas zu verpassen.
Mein Leben als Papa hat mich überlegter, vorsichtiger und nachhaltiger gemacht. Das Leben und die Zukunft der Kinder ist wichtiger, als alles andere.
Mein Leben als Papa hat mich geerdet. In meinen Kindern erkenne ich einen tieferen Sinn, der mich erfüllt, stolz und glücklich macht.

Und dieses Gefühl, dieses Leben als Papa, ist unersetzbar!

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4 Comments

  • ELKE
    2 Jahren ago

    Hallo ihr 3,das ist ein toller Post.Obwohl ich selbst eine Adoptivmama bin, erkenne ich in meiner Tochter Wesenszüge von uns beiden und ich meine bei aller Erziehung ist ein gutes Vorbild das A und O. Unsere Tochter sagt oft Ich sehe zwar aus wie meine leibliche Mama aber ich bin wie Ihr..das ist lustig und unheimlich schön. Liebe Grüße von Elke

    • 2 Jahren ago

      vielen lieben dank! sooo schön!!! ich denke auch, dass das vorbildsein unheimlich wichtig ist…
      herzlich re

  • anna
    2 Jahren ago

    klug, differenziert, sympathisch! ihr macht das toll!

    • 2 Jahren ago

      so lieb von dir! viel lieben dank!!!
      herzlich re

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