Stressfreie Weihnachten

… oder ein Gastbeitrag mit hilfreichen Tipps für eine entspannte Weihnachtszeit.

Wer kennt es nicht? Sobald die Tage kürzer werden, häufen sich Termine und wichtige Daten im Kalender. Ausserdem sollte man Guetzli backen, dekorieren, Geschenke besorgen und eine kuschlige Atmosphäre schaffen. Von den Deadlines zum Ende des Jahres hin fangen wir gar nicht erst an…
Wir freuen uns daher um so mehr, dass sich unsere liebe Patricia Zeit genommen und diesen wunderbaren Gastbeitrag verfasst hat, aber lest selbst…

Die letzten Tage meiner ersten Schwangerschaft fielen genau auf die Weihnachtszeit. Ich malte mir damals aus, wie besinnlich das nächste Weihnachtsfest, mit einem knapp einjährigem Kind, sein würde. Ich wollte backen, alles schön schmücken, im Pyjama heissen Glühwein trinken. Ich stellte mir all die neuen Traditionen vor, die ich mit unserem Kind zelebrieren wollte und wie wir alle zusammen in abgestimmten Outfits am Tisch sitzen und gemütlich essen würden. Und dann kam alles anders.
An unserer ersten Weihnacht zu dritt waren wir genau genommen dreieinhalb, denn ich war bereits wieder schwanger. Und mir war übel. Und wir waren dauernd krank. Wenig Schlaf, viel Arbeit und das ständige Gefühl, nichts auf die Reihe zu bekommen, haben in dieser Zeit überwogen. Und es wurde auch im Jahr darauf nicht besser: Ich konnte meine eigenen Ansprüche nicht erfüllen, war abgehetzt und die Stimmung alles andere als entspannt und friedlich. Mir wurde schnell klar, dass ich etwas ändern musste. Ich liebe Weihnachten und wollte nicht bis zur letzten Minute hetzten, nur um dann völlig erschöpft zu feiern.

Hier also meine Tipps für entspannte Festtage:

Die eigenen Erwartungen hinunter schrauben: Ein perfekt dekoriertes Haus, eine grosse Auswahl an Guetzli und ein aufwändiges Menu machen den Zauber von Weihnachten nicht aus. Das musste ich erst lernen. Die gemeinsame Zeit, Traditionen und Rituale sind für die Kinder (und auch für mich) so viel wichtiger.

Weniger ist mehr: Ein einfaches Menu lässt mehr Zeit zum Beisammensitzen. Weniger Geschenke bedeuten weniger Einkaufsstress – und im besten Falle mehr Zeit für gemeinsame Unternehmungen und Traditionen. Jedes Jahr die gleiche Deko spart nicht nur Geld und Nerven, sondern bedeutet den Kindern irgendwann etwas. Sie freuen sich dann auf bestimmte Elemente und verbinden damit schöne Erinnerungen. Wir haben also unser Weihnachtsessen vereinfacht, machen jedem Kind genau ein Geschenk und holen jedes Jahr dieselbe Deko aus dem Keller.

Eine gute Einkaufsliste: Bei uns gibt es jedes Jahr das gleiche Essen, mit denselben Leuten. Insgesamt verköstigen wir über die Festtage knapp 40 Personen – da ist gute Planung alles. Und es gibt absolut nichts Schlimmeres, als kurz vor den Festtagen einzukaufen, zumindest für mich. Vor Jahren habe ich deshalb eine Weihnachtsliste angelegt, dort stehen alle Menus, Zutaten und Getränke aufgelistet. Eine grosse Einkaufstour, ein Anruf beim Metzger und schon ist alles was wir brauchen beisammen.

So wenig Termine wie möglich, dafür bereits die Adventszeit geniessen:
Im Dezember versuche ich so wenig Termine wie möglich zu blockieren, auch wenn ich immer geneigt bin, vor Ende des Jahres noch möglichst viel zu erledigen. Lieber einmal mehr nein sagen, dafür etwas Platz für spontane Unternehmungen mit der Familie lassen. So kann man bereits die Adventszeit geniessen und hetzt nicht nur umher.
Wenn es allen Spass macht, sind wir dabei. Wenn es Stress bedeutet, sagen wir ab.

Basteln / Backen mit Kindern auf mehrere Tage verteilen: Kinder haben eine sehr kurze Ausdauer, das musste ich auf die harte Tour lernen. Ich bin leider nicht mit sehr viel Geduld gesegnet, es passierte darum häufig, dass ich die Bastelarbeiten der Kinder fertig gemacht oder Backblech Nummer 2 bis 6 alleine in den Ofen geschoben habe. Wer mit den Kids etwas für die Verwandtschaft basteln möchte, sollte das Projekt auf mehrere Tage verteilen und etwas Einfaches auswählen. Ich habe die letzten Jahre auch immer nur eine Guetzlisorte gebacken. Den letzten Teil des Teiges dürfen die Kinder ausstechen und dann die bereits von mir gebackenen Guetzli verzieren. Oder wir backen einfach Grittibänze zusammen, das geht schneller und auch die Kleinsten können mitmachen. Ausserdem hat man damit noch ein leckeres Abendessen!

Adventskalender-Stress vermeiden: Bei drei Kindern müsste ich 72 Geschenke auswählen, einkaufen und einpacken. Ehrlich, dafür habe ich keine Nerven. Wenn ich die Adventskalender meiner Kinder machen „müsste“, gäbe es jeden Tag ein Stück Schokolade und alle paar Tage eine gemeinsame Unternehmung. Oder einen Geschichten-Adventskalender. Oder vielleicht einen Playmobil-Adventskalender, den ich selbst abfüllen würde. Momentan bin ich aber vor allem einfach dankbar, dass ich gar nichts machen muss, weil dies nämlich die Paten der Kinder übernehmen (grosses Danke an dieser Stelle!).
Die gesparten Nerven brauche ich dann für die irgendwie immer vorherrschende Anspannung in der Adventszeit und das konstante Zuckerhoch…  😉

Eigene Traditionen schaffen: Anstatt Geschenke zu verteilen, kann man auch zum Glühweintrinken einladen. Anstatt Weihnachtskarten vor den Festtagen zu verschicken, kann man diese auch in der letzten Woche des Jahres schreiben, ganz entspannt und am besten vor dem Kamin. Anstatt eingeengt am Tisch Zuhause zu sitzen, kann man auch mit der ganzen Truppe im Wald feiern. Und dann einfach noch mehr Leute einladen, damit niemand alleine feiern muss.
Mittlerweile habe ich die nötige Gelassenheit, auch Mal aus dem Rahmen zu fallen und es einfach so zu machen, wie es für uns passt.

Nun wünsche ich euch eine ganz wundervolle Adventszeit. Und ich hoffe, ihr könnt diese magischen Tage am Ende des Jahres ganz genau so feiern, wie es euch gut tut.

Patricia

Über Patricia von „boumbelle“
Angefangen hat alles mit Cupcakes. Heute bäckt Patricia Hochzeitstorten, serviert feine Apéros, gibt Backkurse, dekoriert Feiern und berät Kunden in allen Themen rund um die grossen und kleinen Feste im Leben – und das mit viel Liebe zum Detail, guten Zutaten und Freude am kreativen Schaffen. Auf ihrem Blog www.boumbelle.ch teilt sie ihre liebsten Rezepte, DIYs und Tipps aus dem Familienalltag.

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2 Kommentare

  1. Oh, das sind wirklich ganz wertvolle Tips. Einige davon beherzige ich schon und sie beugen Stress effektiv vor.

    Dieses Jahr geht mir irgendwie alles zu schnell. Die Zeit rast extrem.

    Backen mit Kind finde ich sehr untenspannt. Das streiche ich dieses Jahr komplett…auch wenn es mir nicht leicht fällt.

    Dieses Jahr machen wir an Weihnachten ein sehr einfaches Menu. Wir sind 12 Erwachsene und 4 Kinder. Das war bis anhin immer ein Geköche und jeder wollte das nächste Jahr den anderen übertrumpfen. Mein Mann meinte zwar schon, dass er ja gar nichts zu tun hat. Aber ich freue mich darauf. Hoffentlich haben wir dadurch mehr Zeit fürs Zusammensein.

    Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit. Geniesst es.

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