Alltagsgeschichten: Zalando

Alltagsgeschichten: Zalando

… oder wie CHF 1617.- beinahe eine Ehekrise ausgelöst hätten.

Ob mein Mann bereits die Scheidungspapiere ausgefüllt, die Koffer gepackt und einen Flug nach Mexiko (oder auf den Mond – für mich) gebucht hatte, weiss ich, Lisa, nicht. Aber er war bestimmt nicht erfreut, als ich ihn über mein Missgeschick informierte.

Heute vor einem Jahr sass ich gemütlich auf dem Sofa, als ich eine Email von Zalando erhielt, worin mir mitgeteilt wurde, dass ich eine Rechnung nicht beglichen hätte. Dies überraschte mich durchaus nicht, bin ich diesbezüglich doch leider nicht soooo zuverlässig.
Als ich jedoch den Rechnungsbetrag von CHF 1617.- erblickte, blieb mir kurz das Herz stehen. Das konnte nicht sein! Ich fühlte, wie sich die Gemütlichkeit eines ruhigen Abends schnell in Angst verwandelte. Die Angst, dass ich nun tatsächlich für meine Unzuverlässigkeit bestraft werden würde.
Ich öffnete hastig den Anhang der Email, checkte die Rechnung und merkte sofort, dass Zalando Recht hatte. Diverse Kleider für eine anstehende Hochzeit, ein Wintermantel und zahlreiche Schuhe für mich und die Mädchen waren in der Bestellung vermerkt – allesamt unbezahlt!

Praktisch, dachte ich mir, als ich mir damals diese Artikel nach Hause liefern liess. Kein mühsames Durchforsten der Läden, eine grosse Auswahl auf einen Blick und vor allem kein Gequengel der Kids in den Schuhläden.

Mein Mann hatte mich zig Mal davor gewarnt und mich mehrmals gebeten, besagtes Paket nun endlich zurückzusenden (und das war nicht nur bei dieser Lieferung Thema gewesen). Er redete jedoch gegen eine Wand… Ich hatte einfach keine Zeit, keine Lust und war mit meinem Job, der kleinen Mara und noch kleineren Lou so beschäftigt, dass ich es schlicht und einfach immer wieder vergass, verdrängte und es auf der Prioritätenliste ganz weit nach unten schob (bzw. nicht mal mehr aufführte).
Nun sass ich also auf unserem Sofa, überhaupt nicht mehr entspannt und wusste, dass ich meinem Liebsten alles beichten musste… Ja! Ich glaube, er hat in Gedanken mindestens den Flug auf den Mond (für mich!) gebucht. Und ich kann ihn ja verstehen.

Ich setze mich sofort ans Telefon und rief den Zalando-Kundendienst an. Dafür legte ich mir eine halbwegs glaubwürdige Story zurecht, entschuldigte mich in aller Form und erzählte, dass ich zwei Wochen krank im Bett gelegen sei (klopfte dabei wohl so laut auf Holz, dass es am anderen Ende der Leitung zu hören war), mir die Zeit davon gelaufen war und ich mit zwei kleinen Kindern einfach nicht dazu gekommen war, das Paket zur Post zu bringen.
Die junge Dame am anderen Ende der Leitung war freundlich, aber man merkte ihr an, dass sie solche Stories wohl schon zigfach gehört hatte – was sie mich auch spüren liess…
Dann folgte jedoch der erlösende Satz: „Wir lassen einmalige Kulanz gelten“.

Und so wurde eine Ehekrise haarscharf abgewendet: Danke, danke, danke Zalando!

*Dieser Beitrag ist unbezahlt und unbeauftragt und beruht – leider – auf wahren Begebenheiten.

(R)&L

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