Surprise, surprise…

Surprise, surprise…

… oder eine Geschenkidee der besonderen Art.

Seitdem ich, Re, meinen Liebsten kenne, versuchen wir beide uns immer wieder mit kleinen und grossen Abenteuern zu überraschen. Dies ist in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten, bzw. manchmal nicht mehr ganz so einfach umsetzbar.
Vor einigen Wochen beschloss ich allerdings, dass unbedingt ein kleines Abenteuer her muss…
Ich stiess durch Zufall auf Appentura und als ich das Angebot „Flugzeug selber fliegen“ entdeckte, war sofort klar, dass das wie für meinen Liebsten gemacht ist.

Ich zögerte also nicht lange, buchte ihm die Überraschung und mich als Begleitperson gleich mit. Einen Tag später hielt ich bereits das schwarze Couvert mit den Startanweisungen für meinen Liebsten in der Hand und er löste am Abend die Überraschung mittels QR-Code aus.

Wie es dann weiterging, berichtet an dieser Stelle mein Liebster, @maninhelvetica, selbst:

Wir sind dabei, dein persönliches Erlebnis vorzubereiten.“ quittierte die Website von Appentura meine Eingaben und liess mich vorerst im Dunklen stehen. Das erste Datum, das ich wählte, wurde leider – gerade mal zwei Tage vor Termin -durch Appentura annulliert. Beim zweiten Anlauf hat es dann aber zum Glück geklappt.
Einige Tage später folgten Informationen, die mich meinem Erlebnis ein Stück näher brachten. Beim Hinweis „Keine Flugangst“ ahnte ich dann, dass es für mich in die Luft gehen würde. Fallschirmsprung? Kaum. Ballonfahrt? Vielleicht… Flugstunde? Wäre genial!

Am Tag des Erlebnisses folgten immer wieder Instruktionen und ich stand gegen 11.45 Uhr auf dem Flugplatz Hausen am Albis (LSZN), wo ich mich bei der Flugkontrolle im Haus C persönlich melden musste. Gesagt, getan.
Pascal Winkler (Instructor Lufthansa Aviation Training) nahm mich freundlich und mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht in Empfang. So sahen sie also aus, diese modernen Maverick-Typen, die Flugzeuge jeglicher Grösse mit halsbrecherischer Sicherheit durch die Lüfte lenken. Es ging umgehend ins Briefing, was gemäss Pascal die meiste Zeit eines Fluges in Anspruch nimmt und gewissenhaft durchgeführt werden muss. Gemeinsam schauten wir Route, Navigationspunkte, Wetterdaten und nationale Hinweismeldungen zum Schweizer Luftraum an und klärten Fragen. Nach rund 50 Minuten meldeten wir unseren Flug an, sagten meiner Frau „Auf Wiedersehen!“ und gingen gemeinsam zur Maschine, eine Aquila A 210 mit der Kennung HB-SFX. Dieser Zweiplätzer dient dem Swiss Flying Club als offizielles Lernflugzeug und ich sollte diese Maschine in den nächsten 40 Minuten selber starten, fliegen und landen! Was sich zu Beginn wie ein Witz anhörte, wurde tatsächlich Wahrheit. Pascal machte keinen Witz, er wollte es so und nahm nach einer gemeinsamen Sichtprüfung des Fliegers auf dem rechten Sitz Platz. Rechts sitzen Beifahrer oder eben Co-Piloten, links die Piloten, die Kapitäne, die Chefs einer Maschine, also ich. In der Maschine war es eng und mein Puls lag massiv über den gesunden Werten, als wir gemeinsam die Checkliste durcharbeiteten und dem Start gegen 12.55 Uhr näher kamen. Ich startete den 4-Zylinder Bombardier Rotax Motor, durfte behutsam Schub geben und mit 1’700 Umdrehungen auf das Rollfeld rollen. Was für ein Gefühl! Es wurde laut, die Anspannung stieg! Fliegen hat so gar nichts mit Autofahren zu tun, auch wenn man die ersten Meter nur rollt. Alles ist anders, viel komplexer und viel feinfühliger. „Behandle unser Baby wie deine Frau„, sagte mir Pascal und funkte mit der Leitstelle, um unseren Start anzukünden.
Nach weiteren Handlungsanweisungen gemäss Checkliste rollte ich die Maschine auf die Startbahn und gab Schub. 20 Knoten,… 40 Knoten,… 80 Knoten, leichtes Ziehen (mit zwei Fingern) und los ging es: Die Maschine suchte den Luftraum selber und hob sanft und sicher ab. Ein paar Sekunden später durfte ich die Flugzeugnase bereits leicht nach unten drücken und die Maschine am Horizont ausrichten. Ich flog tatsächlich selber, Pascal sass entspannt auf seinem Sitz, die Hände in den Schoss gelegt und funkte mit dem Tower des nahegelegenen Flughafens Zürich (ZRH). Ich beobachtete den Luftraum, meldete andere Flieger und zog die Maschine langsam auf die vorgegebene Höhe und Route. Mit der Zeit wich die Anspannung und ich genoss den Propellerlärm sowie die gedämpften Funksprüche anderer Piloten.
Die Fliegerei fasziniert mich seit meiner Kindheit. Ich durfte als Passagier viel fliegen, sass in Jets, Propellermaschinen und auch Helikoptern, diente im Militär der Luftwaffe (Fliegerabwehr) und blicke zum Himmel, sobald ich ein Flugzeug höre.
Nun sass ich selber am Joystick und flog ein Flugzeug. Pascal schenkte mir viel Vertrauen und überliess mir das Fliegen, während er selber den Funkverkehr übernahm und somit sicherstellte, dass es kein Chaos im Schweizer Luftraum gab. Ich lenkte die Maschine sanft und gewissenhaft, konnte mich Dank den Schweizer Bergen und Gewässern auch bestens orientieren und durfte kleine Manöver in Form von grossen Kurven fliegen, um das Gespür für die Maschine zu finden. Es bereitete mir Riesenspass und scheinbar machte ich nicht alles verkehrt. Pascal fand bereits in der Luft lobende Worte und kündigte das Ende meiner ersten Flugstunde mit den Instruktionen für den Landeanflug an. Oha, ich durfte und sollte HB-SFX auch landen! Na toll, das Muffensausen meldete sich wieder, als ich den Schub reduzierte und die Maschine sanft in den Sinkflug drückte. Die Landung war im Nachhinein mit Abstand das schwierigste Manöver, da es wahnsinnig schnell geht, die Landepiste von oben winzig klein aussieht und der stabile Landeanflug bei leichten Winden gar nicht so einfach ist. So sah es dann auch meine Frau am Boden, als unsere Maschine als kleiner Punkt auftauchte und verdächtig wacklig auf Piste 1 zutorkelte. Der kurze Aufsetzer nach einigen Metern war nicht geplant und alles hätte definitiv geschmeidiger sein sollen – ging aber nicht. Im Cockpit wusste ich, dass die Landung kein Meisterstück war, aber die Maschine war heil und ich noch am Leben. Dies wertete ich durchaus als Erfolg und es wurde mir später im Debriefing auch so attestiert.
Alles in allem eine unglaublich tolle Erfahrung, die mich nun tatsächlich überlegen lässt, eine Ausbildung zum (Privat-)Piloten zu starten.

Werbung wegen Markennennung. Wir wurden für diesen Beitrag nicht bezahlt und  der Text widerspiegelt unsere ehrliche, persönliche Meinung.

Fazit: Die Buchung der Appentura-Überraschung war einfach und die Zusendung des Gutscheins erfolgte rasch. Das Erlebnis selbst war wirklich toll und ist auch bezüglich Preis-Leistung sehr empfehlenswert.
Schade, dass beim Auslösen der Überraschung auch Daten angezeigt wurden, die vom Anbieter her nicht umsetzbar sind. Dies hat leider etwas vom Zauber der Überraschung genommen. Der Hinweis „Keine Flugangst“ ist meiner Meinung nach unnötig, da die schenkende Person diese Überraschung (hoffentlich) ohnehin nur wählt, wenn sie dies weiss und der Überraschungseffekt dadurch ebenfalls sofort gemindert wird.
Alles in allem war es aber ein tolles Erlebnis und wir werden bestimmt wieder mal ein Geschenkerlebnis bei Appentura buchen.

R&(L)

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