Drama baby, d r a m a !

Drama baby, d r a m a !

… oder wie wir den Alltag mit je einem Terrible-Two- und Horroble-Three-Kind meistern.

Du wirst keine Nacht durchschlafen, saubere Kleidung adé, alles wird sich um den Windelinhalt deines Kindes drehen, Schaukeln auf Spielplätzen statt Tanzen in Clubs – das, haben wir zigfach gehört, aber d a v o r  hat uns niemand gewarnt.

Nein, nicht dieser Löffel! Ich will aber die andere Jacke anziehen! Ich wollte nicht, dass du die Banane kleinschneidest! Wieso hast du die Banane nicht kleingeschnitten?!

Mir, Re, laufen im Alltag mit Levi und Shay regelmässig Schweisstropfen über die Stirn, weil ich mich wieder mal in einer Situation mit zwei tobenden Kleinkindern befinde. Meist dann, wenn wir entweder von zig anderen Menschen umgeben sind, oder mein eigener Tag schon so lang war, dass meine Nerven nicht mal mehr Strohhalmen gleichen. Auslöser kann dafür jeweils alles und jeder sein, oder für mich nichts Erkennbares, was die Situation natürlich noch zusätzlich erschwert. Ehrlich gesagt, kann ich dann auch sehr schlecht mit den Blicken meiner Umwelt umgehen: Manche mitleidig, manche misstrauisch, manche verärgert. Und häufig nützen auch all diese klugen „positive parenting“-Tipps in just diesen Situationen rein gar nichts… Ja, ich würde gerne immer gelassen sein, hundertfach erklären, wieso es jetzt kein weiteres Eis mehr gibt, es schlicht ungesund ist bei 5 Grad im T-Shirt durch den Regen zu marschieren, oder wieso Mama jetzt noch nicht schlafen geht, Klein-Levi und Klein-Shay aber schon… Unendliche Diskussionen, wildes Geschrei, dicke Tränen, Tobsuchtsanfälle und Sätze wie „Mama, ich hab dich gar nicht lieb, nur Papa!“ prallen definitiv nicht einfach an mir ab und lassen mich manchmal auch unüberlegt, bzw. im Affekt reagieren.
Mittlerweile versuche ich deshalb bewusst in solchen Situationen erst selbst tief durchzuatmen und zu lächeln. Dann breite ich meine Arme aus und frage, ob wir uns mal umarmen möchten. Meist klappt das und die Nähe holt uns beide runter. Wenn Levi und / oder Shay dann ruhiger werden, versuche ich die Situation zu (er)klären – was zu 50 Prozent gelingt. Funktioniert das nicht, versuche ich es etwas später nochmal. Ausserdem erkläre ich ihnen immer, weshalb ich so reagiert habe und entschuldige mich ebenfalls oder zeige, dass ich den Unmut verstehen kann.
Die Dramen gehören noch immer zu meinem Alltag, aber sie werden weniger und dauern grundsätzlich weniger lang – es wird also besser, hoffe ich.

Ich, Lisa, kenne solche Situationen nur zu gut. Sie beschränken sich (bisher) jedoch auf die eigenen vier Wände und nur ganz selten ereignet sich ein Tobsuchtsanfall in der Öffentlichkeit. Das ist natürlich etwas angenehmer, doch als Mama muss man auch zuhause einen kühlen Kopf bewahren und in diesen Momenten, wo die Welt der Kleinen zusammenbricht, möglichst gut (re-)agieren können. Bei Mara sind es oft kleine Dinge, wie der klassische falsche Becher, die Buchseite, welche sie selbst umblättern wollte oder natürlich die Enttäuschung über das Ausschalten des TVs, welche sie zur Verzweiflung bringen. Über sie bricht dann regelrecht eine Welle von Gefühlen und nichts hilft, ausser eine stumme Umarmung. Lou reagiert momentan sehr stark auf das kleine Wort „nein“. Sobald man ihr etwas verweigert (und das kommt doch ab und an vor…), kullern Krokodilstränen die Wangen runter und sie wirft sich frustriert auf den Boden. Auch bei ihr helfen nur Umarmungen, ein Lied oder der Nuggi zur Ablenkung.

Diese Momente, vor welchen uns definitiv n i e m a n d gewarnt hat, zehren an uns und schmerzen oft, weil wir sehen, wie verzweifelt und hilflos unsere Kleinen sind. Wir müssen uns aber immer wieder selbst sagen, dass dies dazugehört, man diese Situationen als Eltern aushalten und so gut wie möglich unterstützen muss. Aber wie oben beschrieben, gibt es ganz ehrlich auch bei uns zahlreiche Situationen, in welchen wir leider nicht ruhig geblieben und kurz mal aus unserer Haut gefahren sind – leider! Heute wissen wir allerdings, dass es uns dann hilft, aus der Situation zu gehen (in den Nebenraum, nach draussen auf den Balkon,…) und dreimal tief durchzuatmen. Anschliessend gehen wir zu unseren Kleinen und versuchen so gut es geht, das Geschehene zu erklären, ihnen klar zu machen, dass es auch für uns schwierig ist und wir an unsere Grenzen kommen. Anschliessend folgt eine Entschuldigung und eine laaaange Umarmung.

Wie geht ihr mit den Wutausbrüchen eurer Kleinen um?

R&L

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