Alltagsgeschichten: Die Mädchenfrisur…

Alltagsgeschichten: Die Mädchenfrisur…

… oder ein winziger Auszug aus Res Alltag.

Typisch Mädchen! Typisch Junge! Gibt es das wirklich? Und wenn, müssen wir Mamas uns tatsächlich an irgendeinen (ungeschriebenen) Kodex halten? Sind wir selbst bereits vom Stereotypenwahn befallen?

“Hey! Das ist doch eine Mädchenfrisur!“ stand in einer der letzten Nachrichten, die ich, Re, als Reaktion auf eine Story von Shay auf Insta erhalten hatte.
Bitte was? Wir leben im Jahr 2019, mitten in Europa, brüsten uns täglich damit weltoffen, gebildet und tolerant zu sein, um dann doch sämtliche Vorurteils-Schubladen jeweils sofort und ohne zu zögern zu ziehen. Meine Jungs tragen typische „Jungsfarben“, stehen auf Legos, Autos, Ninjago und Super-Wings, schlagen sich, wenn sie streiten und verhalten sich wie „typische“ Jungs eben. Dennoch reicht die alleinige Tatsache, dass ich ihnen die Haare grundsätzlich erst ab 3 (und in Levis Fall selbst dann nicht wirklich kurz) schneide dafür, dass sie in den Augen meiner Mitmenschen Mädchen sind und ich sie anscheinend weiblich erziehe. Etwas, was ich ehrlich gesagt wirklich nicht nachvollziehen kann.
Als ich vor Levis Geburt verkündete, dass ich seine Haare bis zu seinem 3. Geburtstag nicht schneiden würde, sorgte bereits allein diese Aussage für unzählige Diskussionen: Einem Jungen müsse man doch die Haare schneiden, das sei auch ein Risiko, er könne sich die Haare irgendwo einklemmen und sich schwer verletzen (äh, Mädchen nicht?), er könne von anderen gehänselt werden etc. etc.
Fakt ist: Kein Kind hat Levi oder Shay je wegen ihrer Haarlänge gehänselt – das haben wenn, dann nur Erwachsene getan. Weder Levi noch Shay hatten bis heute je irgendwas an ihren Haaren auszusetzen – das haben wenn, dann Erwachsene getan. Und keiner von beiden verhält sich irgendwie typisch weiblich – das haben höchstens Erwachsene unterstellt.
Und selbst wenn, was genau wäre denn so schlimm daran? Sollte sich einer der beiden Jungs je eine Puppe, rosa Kleidung oder irgendwas anderes „typisch Weibliches“ wünschen, würde ich es ihnen, ohne zu zögern, kaufen. Sollte einer der beiden an einer der kommenden Fasnachten als Prinzessin, Fee oder sonst was verkleidet hingehen wollen, würde ich dies, ohne zu zögern, erlauben und unterstützen, genau so, wie ich sie auch mit Piraten- und Polizistenkostümen ausstatte, wenn das ihr Wunsch ist.

Levi schaut mir regelmässig beim Schminken zu und möchte hie und da ebenfalls ein bisschen Lippenstift oder „kinderfreundlichen“ Nagellack, was ich ihm immer erlaube und auch immer erlauben werde.
Ich würde mich ehrlich freuen, wenn wir Erwachsenen auch diesbezüglich ein bisschen toleranter und weltoffener würden und die Zeiten in denen Jungs nur stark und Mädchen lediglich süss sein sollten endlich der Vergangenheit angehören würden…

R&(L)

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4 Comments

  • Elke
    3 Wochen ago

    Hallo Re, wenn ich aus der Haustür trete werde ich ..weltoffen…abgescannt, ob ich zur rechten Zeit die Mülltonne rausstelle usw. Wenn ich mir über die anderen keine Gedanken mache geht es mir gut und ich kann dann auch einmal mit Hut durchs Dorf laufen…Daran arbeite ich aber noch. Liebe Grüße von Elke

    • 3 Wochen ago

      liebe elke
      ich fühle mit – und arbeite ebenfalls noch daran.. 😉
      herzlich
      re

  • Bluhnah
    3 Tagen ago

    Das würde ich genauso halten wie du.
    Geht 1. niemanden was an und 2. wenn die Boys sich wohl fühlen ist es richtig 🙂

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